Heute:
Im 2024 haben wir die Startphase unserer Schule abgeschlossen. Jetzt kommt eine Konsolidierungsphase, wo sich der Unterricht und der ganze Schulbetrieb nach und nach verbessertund professionalisiert. Die Planungen für den restlichen Ausbau der Schule sind angegangen worden.Wir mussten im Detail klären, was es noch alles für eine Primarschule braucht, wie sie in Ugandaüblich ist. Ein erster Gesamtplan für die baulichen Massnahmen liegt bereits vor. Es braucht weiteren Schulraum, Lehrerwohnungen, Toiletten, aber auch Spielplätze und weitere Infrastruktur. Es fordertzudem verschiedene Massnahmen, um das Ziel zu erreichen, eine lizenzierte, staatlich anerkannteSchule zu werden. Eine davon ist, dass die erforderliche Altersvorsorge für unser Lehrerteamsichergestellt ist und dass die Anforderungen der Steuerbehörden erfüllt werden.Auch das Schulkonzept wird verfeinert. Wir wollen eine Schule sein, wo die Schüler nicht nur akademisches Wissen lernen, sondern auch Fähigkeiten erwerben, welche ihnen helfen, ihr Leben zumeistern, ohne dass sie zwingend eine weiterführende Schule besuchen müssen.
Geschichte:
2014 Dank einer Spende ist die Idee entstanden, in Birere am Samstagnachmittag Schulunterrichtanzubieten. Die nächstgelegene Schule ist einige Kilometer entfernt. Ausserdem fehlt den meisten Familien das Geld, um ihren Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Wer in die Schule geht, lerntEnglisch. Diese Sprache nicht zu können, ist ein grosser Nachteil im Leben. Mit der Samstagschulesollen die Kinder nebst einigem Grundwissen auch Englisch lernen. Dazu wird ein ausgebildeterLehrer angestellt, welcher so einen Nebenverdienst hat. Von Anfang an kommen mehr als 20 Kinder. Unterrichtet wird mit einfachsten Mitteln.
2016 Es sind schon über 60 Kinder, die jeden Samstag in drei Gruppen unterrichtet werden. DieSchule findet im Freien statt. Bei Regen dürfen wir die Räume der «Church of Christ» benutzen. DieKinder bekommen jeweils eine warme Mahlzeit, ein Maisbrei, welcher vor Ort zubereitet wird. Einegrössere Spende ermöglicht es uns, an den Bau eines Schulhauses zu denken. So werden zuerst rund 35'000 Ziegel gebrannt. Der Lehm kommt vom eigenen Boden. Jeder Ziegel wird von Hand mit einem Holzrahmen erstellt. Später werden sie hochaufgeschichtet und gebrannt.
2017 Unterdessen stehen zwei Schulräume zur Verfügung, welche, seit der Rohbau steht, mit Freuden genutzt werden. Jeden Samstag kommen über 100 Kinder aller Altersstufen. Jetzt beginntdie Planung für eine Tagesschule. Ist es dort sinnvoll und möglich, eine Tagesschule zu führen? Wasbraucht es alles dazu? Haben wir Chancen, so viel Spendengelder zu bekommen, um eine Schuleaufzubauen und zu betreiben? Um all dies zu klären und weiterzuführen wird in der Schweiz derVerein «Olutindo-Uganda» gegründet. Vor Ort haben wir einige Leute, die uns unterstützen undberaten, allen voran Robert Tumuhimbise, der frühere Schulleiter der Emmausschule in Wobulenzi,und John Kule, der blinde Lehrer aus Mbarara.
2018 Die Samstagschule platzt aus allen Nähten. Es wird in vier Gruppen unterrichtet, zwei davonim Freien. Wir haben bereits über 30'000 Franken an Spenden bekommen. Dies hat uns Mutgegeben, den Aufbau einer Tagesschule in Angriff zu nehmen. Rund ein Jahr nehmen Konzeption undalle erforderlichen Abklärungen in Anspruch, bis wir den definitiven Beschluss fassen. Ziel ist es, einePrimarschule mit zwei Kindergartenklassen und sieben Primarschulklassen zu bauen. Die Schule sollklein starten und mit den Kindern wachsen. Dazu müssen wir in Uganda eine «Firma» gründen, eineGmbH, und auch ein grösseres Stück Land erwerben.
2019 Die Sowing Hope Schools Birere startet im Februar mit zwei Kindergartenklassen und der P1,der ersten Primarklasse mit rund 50 Kindern. Mit Paul können wir einen erfahrenen Lehrer alsSchulleiter gewinnen, zusammen mit den Kindergärtnerinnen Agnes und Irène. Zum Schulteamgehören auch eine Köchin, ein Abwart und ein Security-Mann. Ende Jahr gibt es ein grosses Fest mit Graduation für die grossen Kindergärtler, welche jetzt in die Primarschule kommen.
2020/2021 Zwei schwierige Jahre. 2020 beginnt wie geplant. Mit Fabian finden wir einen Lehrer fürdie zweite Primarklasse. Ende März dann der Lockdown. Die Schulen im Land werden geschlossenund werden es bis Ende 2021 bleiben. Im Laufe des Jahres erkrankt unser Hauptlehrer an einemKrebsleiden und verstirbt Anfang 2021. Ein schwerer Schlag für uns alle.Während der Corona-Zeit erhalten unsere Angestellten regelmässig ihren Lohn. Viele Familienunterstützen wir mit Nahrungspaketen.In der ersten Schulphase erstellt ein Architekt eine Gesamtplanung für unsere Schule. Der Bau dererforderlichen Gebäude soll Schritt für Schritt erfolgen. Noch während der Coronazeit werden 8 Lehrerwohnungen gebaut.
2022 Die Schulen dürfen wieder geöffnet werden. Wie viele Kinder werden wohl kommen? Es sinddoppelt so viele wie bei der Schliessung: 132 Kinder. Zum Glück ist die Frau von Fabian, Annunziataebenfalls Lehrerin. Sie kann ganz kurzfristig angestellt werden und so gibt es endlich ein normales Schuljahr. Im Laufe des Jahres kann die Dining-Hall eingeweiht werden, mit Küche und Lagerräumen.
2023 Eine zusätzliche Kindergärtnerin und eine weitere Primarlehrerin stossen zum Team. Die sechsLehrkräfte unterrichten 139 Kinder. Damit steigt auch der Planungs- und Verwaltungsaufwand. Einwichtiger Schritt ist die Rekrutierung eines Schulleiters. Stephan Acidri war Lehrer imEmmauszentrum in Wobulenzi und übernimmt im September die Leitung unserer Schule. Es gelingt ihm, aus unserer Crew ein motiviertes Team zu bilden. Man spürt überall Freude, Engagement undden Willen, einen guten Unterricht zu bieten. Mit den ersten Räumen des Administrationsgebäudesstehen nun auch ein Büro und ein Lehrerzimmer zur Verfügung. Es ist ein grosses Geschenk, dass wir ein grosses Stück Land erwerben können, welches an unsere Schule grenzt. Dort hat es Wasser undes kann ein Brunnen gebaut werden. Jetzt wird das Wasser in die grossen Wassertanks gepumpt. Bis jetzt waren nur Regenwasser und ein Brunnen in der Nähe verfügbar.
2024 Wir starten mit einer vierten Klasse und Joel, einem weiteren Lehrer. Ein grosser Raum desAdministrationsgebäudes dient als provisorischer Schulraum. Die vierte Klasse und dann auch diefünfte Klasse werden hier unterrichtet. Bereits im September nimmt Ambrose, ein weiterer Lehrer,seine Arbeit auf. In einem Elternmeeting nehmen wir die Eltern mit in die Pflicht. Wir brauchen auchderen Hilfe, um die Schule aufzubauen. Es ist ihre Schule. Sie sind auch bereit, ihren Beitrag zuleisten, wo es möglich ist mit einem finanziellen Beitrag, wo nicht, mit anderer Unterstützung, wieArbeitsleistung oder Nahrungsmittel. Einige stellen sich für einen Eltern-Lehrer-Rat zur Verfügung.Mit dem «Advisory-Board» steht uns jetzt auch ein Beratungsgremium mit erfahrenen Leuten zur Seite. Es trifft sich in jedem Term zu einem Meeting und unterstützt und berät uns bei Fragen um den Betrieb und dem Aufbau der Schule.
Morgen
2025, 2026 und 2027 kommt noch je eine Klasse dazu. Dann sind wir eine vollständige ugandischePrimarschule. Parallel dazu wird die Infrastruktur bereitgestellt. Der Fortschritt richtet sich nach demSpendeneingang. Wo wir (noch) nicht bauen können, überbrücken wir mit Provisorien. Ende 2027 werden die ersten Schüler unsere Schule verlassen. Bis dann muss der Schulbetrieb finanziellgesichert sein. Die Schule soll vielen Menschen zu einem besseren Leben verhelfen.